Die Seidenstraße Usbekistans

von Kristina Prostran

Zwischen kulturellem Erbe und dem Zauber aus 1001 Nacht

Türkisblaue Ornamente, prachtvolle Bauten und der Zauber aus 1001 Nacht – Die Seidenstraße Usbekistans vereint Kultur, Geschichte und Mythos. Entlang der alten Seidenstraße warten mhytische Städte, wie Taschkent, Samarkand, Chiwa und Buchara nur darauf entdeckt zu werden.

 

Zur Geschichte der Handelsroute

Die legendäre Seidenstraße war über hunderte von Jahren die bedeutendste Handelsstraße und stand im Zentrum des Welthandels. Seitdem verbindet Sie Europa mit Asien, führt nach China, Kasachstan über Tadschikistan und verläuft geradewegs durch Usbekistan. Heute ist Sie nur noch ein Relikt aus alten Zeiten, erinnert an Märchen aus tausendundeiner Nacht und zieht Touristen aus aller Welt an, um sich auf eine Reise durch die Vergangenheit inmitten von orientalischen Städten zu begeben.

Die alte Seidenstraße war keineswegs nur eine einzelne Straße, vielmehr war sie ein Netzwerk aus mehreren Handelsrouten, die unter anderem auch durch Usbekistan führte.

Die Händler transportierten ihre Ware jedoch nicht den gesamten Weg entlang der Seidenstraße, sondern bewegten sich immer nur in kleineren Abschnitten fort, um ihre Waren in den großen Städten zu verkaufen und wieder neue für die Weiterfahrt anzukaufen.

Seide galt im Westen als außergewöhnliche Handelsware. Schließlich gab sie der berüchtigten Straße ihren Namen. Obwohl Seide eines der Haupt-Handelsgüter war, führt der Name der bekannten Handelsstraße in die Irre. Denn neben dem Handel von Seide wurden auch Gewürze, Wolle, Glas, Gold und Silber transportiert. Ihre Faszination erhielt die Seidenstraße vor allem aber durch den interkulturellen Austausch. So verbreiteten sich auf der ehemaligen Handelsroute verschiedene Weltansichten und Ideen, aber auch Kulturen, Traditionen, Philosophien und Religionen. Besonders beeindruckend war die Toleranz der Menschen gegenüber sämtlichen Kulturen, Religionen und Weltansichten, die nötig war um ein friedvolles Miteinander überhaupt möglich zu machen.

Millionenmetropole Taschkent – zwischen neuer und alter Welt

Im nördlichen Teil der Seidenstraße liegt Usbekistans Hauptstadt Taschkent. Das Stadtbild der Millionenmetropole ist durch ein Erdbeben in den 60er Jahren stark geprägt worden. Große Teile Taschkents wurden völlig zerstört, sodass sie wieder neu aufgebaut werden mussten. Moderne Gebäude in der Neustadt und alte traditionelle Bauwerke in der Altstadt kennzeichnen die Hauptstadt Usbekistans. In keiner anderen Stadt in Usbekistan prallen zwei Welten so aufeinander, wie in Taschkent. Sowjetische Einflüsse prägen besonders die Architektur in der Neustadt, wohingegen die Altstadt eine Anlehnung an den Orient darstellt.

Taschkent bildet das Zentrum für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur in Usbekistan. Die Neustadt befindet sich rund um den Timur-Platz. Im Zentrum des Parks steht eine Reiterstatue mit Amir Timur, einem asiatischen Eroberer aus dem 14. Jahrhundert, der für das Nationalbewusstsein Usbekistans von großer Bedeutung ist. 

Besonders sehenswert ist neben dem Erholungspark Navoiy die beeindruckend gestalterischen Metrostationen. Im Untergrund finden Sie echte architektonische Meisterwerke, die zu bestaunen es sich lohnt. Besuchen Sie auch unbedingt den Fernsehturm Taschkents, das Wahrzeichen der Stadt und entdecken Sie auf der Aussichtsplattform Usbekistans Hauptstadt von einer anderen Perspektive.

 Gleich neben der Neustadt erwartet Sie in der Altstadt ein Hauch von Orient. Hier finden Sie traditionell orientalische Bauten, beeindruckende Moscheen, jede Menge architektonische Besonderheiten, ein Kunstmuseum sowie die Barak-Kham-Medrese (Koranschule). Der große Chorsu-Basar mit seinen betörend orientalischen Gewürzen verzaubert Besucher und entführt sie in eine Märchenzeit aus 1001 Nacht.

Märchenstadt Samarkand

Weiter auf der Route geht es nach Samarkand, der „Märchenstadt“ Usbekistans. Prächtige architektonische Gebäude gehüllt in türkisblauen Mosaiken zeigen Samarkand von seiner schönsten Seite. Hier finden Sie wahre Schätze aus Kunst und Architektur, wie der prunkvolle Registanplatz im Herzen Samarkands mit seinen drei Medresen Ulugbek, Shir Dor und Tillya-Kari. Seit 2001 zählt das Zentrum von Samarkand zum UNESCO Weltkulturerbe.

Bei Touristen sehr beliebt ist das Gur-Emir-Mausoleum, die Ruhestätte des einst dort herrschenden Timur Lenk. Aber auch die Bibi-Khanum-Moschee ist in jedem Fall eine Entdeckung wert. Sie wurde am Ende des 14. Jahrhunderts von Timur Lenk erbaut mit dem Anspruch die größte Moschee im Osten zu werden.

Besonders interessant ist auch die Totenstadt Shah-I-Zinda. Eine geheimnisvolle Atmosphäre macht sich in der berühmten Straße mit den vielen künstlerisch verzierten Mausoleen breit. 

Buchara: Stadt der Moscheen und Medresen

Die westlich von Samarkand gelegene Stadt Buchara zählt zu einer der ältesten Städte Usbekistans. Berühmt wurde Buchara vor allem durch seine starke Prägung zum Islam, galt sogar als Zentrum der islamischen Lehre, was bis heute noch zu bemerken ist. Mehr als 350 Moscheen und über 100 Koranschulen (Medresen) sind davon in Buchara beheimatet.

Usbekistan ist für seine prächtigen architektonischen Meisterwerke bekannt. Einige davon gehören zum Stadtbild Bucharas: Poi-Kalyon, die Kosh-Medrese, das Wahrzeichen der Stadt: Kalon Minarett oder das Samaniden-Mausoleum des einstigen Herrschers freuen sich besonderer Beliebtheit bei den Touristen.

Ein Highlight ist die berühmte Ark-Zitadelle, dessen Entwurf dem Sternbild des Großen Wagens nachempfunden wurde sowie die imposante Poi-Kalon-Anlage, ein Ensemble aus Minarett, Moschee und der heute noch aktiven Koranschule Miri-Arab-Medrese.

Buchara hat von ihrer orientalischen Schönheit nichts eingebüßt: immer noch beeindruckt Sie Menschen aus aller Welt durch ihre verwunschenen Gassen und architektonischen Meisterwerke aus vergangenen Epochen.

Charmante Stadt Chiwa

Entlang der Seidenstraße über Taschkent, Samarkand und Buchara führt die ehemalige Handelsroute zu guter Letzt durch die westlich gelegene Oasenstadt Chiwa.Der Basar Allakuli-Chan-Tim lädt inmitten der imposanten Stadtmauer zum Schlendern und Verweilen ein. Auf dem Basar finden Einheimische und Touristen alles was Sie brauchen. Besonders fündig wird man hier im Bereich der Textilien, wo sich ein Meer aus bunten Stoffen ausbreitet.

Die verwunschene Altstadt Ichan Kala erinnert an eine märchenhafte Welt im Orient, aber auch an ein Freilichtmuseum: Moscheen, duzende Medresen und prachtvolle Gebäude mit ihren kunstvollen Mosaiken und Ornamenten versprühen ihren ganz eigenen Glanz in Chiwas Altstadt. All diese bemerkenswerten Bauwerke in der Altstadt sind in Form eines Rechtecks fast vollständig ummauert. Beeindruckend zu sehen ist die beachtliche Stadtmauer vor allem in den späten Abendstunden, wenn die tiefstehende Sonne die Mauer in zartem Rosa umhüllt. Gerade zu solch später Stunde empfiehlt es sich diese atemberaubende Kulisse auf einer Kamera für die Ewigkeit festzuhalten. Seit 1990 gehört die bezaubernde Altstadt Ichan Kala zum UNESCO Weltkulturerbe.

Im Gegensatz zu Taschkent ist Chiwa noch eine der am besten erhaltene Städte entlang der Seidenstraße. Die Stadt versprüht durch die prächtige Kulisse und die märchenhafte und mythische Atmosphäre ihren ganz eigenen Charme. Es scheint fast so als sei in Chiwa die Zeit stehen geblieben.

Alles auf einen Blick

Die Seidenstraße hat viel zu bieten. Von architektonischen Meisterwerken, über kunsthistorischen Schätzen bis hin zur traditionellen Handwerkskunst gibt es in Usbekistan einiges zu entdecken.

Die folgende Dokumentation gibt nähere Einblicke in die alte Seidenstraße, zeigt darüber hinaus ehemalige Koranschulen (Medresen), informiert über die traditionelle Seidenteppichfertigung und gibt Einblicke in das gesellschaftliche Leben der Einheimischen. Aber auch das traditionelle Kupkari, ein wildes Reiterspiel, sowie das Nationalgericht Plow und diverse Handwerksarbeiten, die in Usbekistan eine große Rolle spielen, werden hier näher vorgestellt. Nehmen Sie sich einen Augenblick zeigt, entdecken Sie neues und tauchen Sie ein in die Märchenwelt aus 1001 Nacht ein. 

 

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