Osteuropa-Institute in Deutschland

Wussten Sie eigentlich wie gegenwärtig die osteuropäische Kultur innerhalb Deutschlands ist? Neben einer Vielzahl an verschiedenen Instituten gibt es eine große Anzahl an Redaktionen und Verlagen, die ihren Fokus ausschließlich auf Osteuropa legen. Doch was ist der Grund hierfür? Wieso sind diese Institute in Deutschland so weit verbreitet und womit setzen sie sich genau auseinander?

 

Geschichtlicher Hintergrund

Aufgrund der geschichtlichen Verflechtung Deutschlands mit Osteuropa sind Osteuropa-Institute aus Deutschland nicht wegzudenken. Sie gehören einfach zur Geschichte und Kultur dazu. Hier folgt ein kleiner Ausblick:

Allein die Migration der deutschen und osteuropäischen Bevölkerung unterstreicht die gegenseitige Beziehung und Verbindung zueinander. Aufgrund des Zweiten Weltkrieges und der Verschiebung der Landesgrenzen leben bis heute vor allem in Schlesien Deutsche, die damals nicht vertrieben worden sind. Dort finden sich ebenso deutsche Ortsschilder neben polnischen wieder.

Zur Regierungszeit Katharinas II. gab es eine riesige Migrationswelle der Deutschen, die nach Russland auswanderten, da ihnen Vorteile, wie z.B. Religionsfreiheit, versprochen wurden.

Diese Migrationswelle ist seit einiger Zeit rückläufig, da die meisten Russlanddeutschen nach Deutschland wieder eingewandert sind und Polen sogar die zweitgrößte Gruppe der Einwanderer in Deutschland darstellen.

 

Von Kultur über Geschichte bis hin zur Wirtschaft Osteuropas

Nicht nur der geschichtliche Hintergrund begründet die Gründung der Osteuropa-Institute innerhalb Deutschlands, aber auch die Aufrechterhaltung und Förderung der eigenen Kultur und Wirtschaft.

Die verschiedenen Institute wurden in verschiedene Kategorien, wie Geschichte, Recht und Wirtschaft, eingeteilt. Folglich werden die wichtigsten Institute kurz und kompakt vorgestellt.

 

Geschichtsinstitute

Herder-Institut Marburg

Das Herder-Institut Marburg ist in der Nähe des Schlosses in Marburg ansässig und bietet dadurch einen wunderschönen Ausblick auf Marburg. Das Institut steckt all seinen Eifer in die geschichtliche und kulturelle Forschung einiger osteuropäischer Länder, wie Polen, Estland, Lettland, Litauen, Tschechien, Slowakei und Russland. Im Labor werden die historischen Dokumente aufbewahrt und von Fachleuten begutachtet. Aufgrund seiner geographischen Nähe zu Gießen arbeitet es mit dem GiZo (Gießener Zentrum für östliches Europa) sowie der Justus-Liebig-Universität zusammen. Falls Sie in Gießen wohnen und ein Buch aus dem Herder-Institut bestellen möchten, können Sie dieses ebenso in der Gießener Universitätsbibliothek abholen. Doch dafür benötigen Sie zunächst einen Bibliotheksausweis, den Sie sich vor Ort ausstellen lassen müssen. Dieser Besuch wird sich in jeder Hinsicht lohnen!

Dresdner Osteuropa Institut e.V.

Im Gegensatz zum Herder-Institut führt das Dresdner Osteuropa Institut e.V. alle Themen, wie z.B. Geschichte, Wirtschaft und Politik, zusammen. Es werden nicht nur verschiedene Veranstaltungen, die aktuelle Themen, wie z.B. den Krieg in der Ukraine, thematisieren, organisiert, sondern auch Reisen nach Osteuropa angeboten. Worauf warten Sie noch, nutzen Sie Ihre Chance und nehmen an einer Reise teil. So sehen Sie möglichst viele verschiedene osteuropäische Städte in kurzer Zeit und für wenig Geld. Zurzeit wird ein Ausflug nach Kroatien geplant.

Zentrum für historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften

Auf dem Bild sieht man das Logo des Zentrums für historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaft.

Quelle: http://www.ifa.de/typo3temp/fl_realurl_image/zentrum-fuer-historische-forschung-berlin-der-polnischen-akademie-der-wissenschaften-pa.jpg (31.07.2015).

Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften wurde am 11. Oktober 2006 eröffnet und behandelt das deutsch-polnische Verhältnis mit Bezug zur Geschichte und aktuellen Ereignissen. Sie können einen Einblick in die verschiedenen Veröffentlichungen der wissenschaftlichen Mitarbeiter bekommen oder einfach die Bibliothek besuchen.

Institute/Zentren an Universitäten

GiZo (Gießener Zentrum für östliches Europa)

Auf dem Bild ist das Logo des Gießener Zentrums für östliches Europa zu sehen.

Quelle: https://www.uni-giessen.de/cms/faculties/research-centers/gizo-en/information-material/gizo2.gif (31.07.2015).

Das GiZo (Gießener Zentrum für östliches Europa) befindet sich an der Justus-Liebig-Universität Gießen und kooperiert mit dem Slavistik-Bereich. Seit einigen Jahren bietet das Zentrum auch einen Master-Studiengang namens „Interdisziplinäre Studien zum östlichen Europa“ an, wo Studenten zwischen osteuropäischen Sprachen, Geschichte, Wirtschaft und Rechtswissenschaft mit dem Schwerpunkt auf Osteuropa wählen können.

Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Osteuropas an der Universität Leipzig

Auf dem Bild ist das Logo des geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig zusehen.

Quelle: http://research.uni-leipzig.de/gwzo/templates/beez5/images/logo.png (31.07.2015).

Geisteswissenschaftliches Zentrum für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) in Leipzig befindet sich ebenso an der Universität Leipzig und erforscht die Kultur und Geschichte Ostmitteleuropas.

FORSCHUNGSSTELLE OSTEUROPA BREMEN

Dasselbe gilt für die FORSCHUNGSSTELLE OSTEUROPA BREMEN, die zur Universität Bremen gehört. Hier liegt der Fokus vor allem auf der Geschichte der Sowjet Union und derer verschiedenen Kulturen. Hier können Sie interessante Informationen über verschiedene Konferenzen, Workshops, Ausstellungen, Doktorandenbetreuung, Sommer Schulen usw. erhalten.

In allen drei Zentren können Sie von dem Archiv, der Bibliothek sowie den zahlreichen Publikationen Gebrauch machen und Ihr Wissen über Osteuropa erweitern. Einer Kontaktaufnahme mit den Professoren oder Zuständigen der verschiedenen Bereiche sollte ebenso nichts im Wege stehen.

 

Institute mit Fokus auf das osteuropäische Recht

Institut für Ostrecht

Auf dem Bild ist das Logo des Instituts für Ostrecht zusehen.

Quelle: http://www.wios-regensburg.de/fileadmin/templates/image/03balken_InstitutFuerOstrecht_DE.gif (31.07.2015).

Das Institut für Ostrecht München e.V. setzt sich mit dem osteuropäischen Recht folgender Länder auseinander: Russland, Ukraine, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Slowenien, Kroatien, Bosnien & Herzegowina, Serbien, Montenegro, Kosovo, Mazedonien, Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland, Kasachstan, Kirgistan, Moldawien, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Ihr Schwerpunkt liegt vor allem auf der Beobachtung der Rechtsentwicklung und dessen Fortschritt, da in manchen dieser Länder einige Gesetze nicht beachtet werden.

 

Wirtschaftsinstitute

"Osteuropa-Wirtschaft": Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit

"Osteuropa-Wirtschaft": Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit kümmert sich an erster Stelle, um die Wirtschaft Osteuropas. Ihr Ziel ist es das Zusammenspiel der internationalen Politik sowie Sicherheit zu gewähren.

 

Zentren, deren Fokus auf einer bestimmten Nation liegt

Deutsches Polen Institut Darmstadt

Auf dem Bild ist das Logo des deutschen Polen Instituts zusehen.

Quelle: http://www.polen-pl.eu/wp-content/uploads/2013/08/DPI.jpg (31.07.2015).

Das Deutsche Polen Institut Darmstadt ist sehr vielfältig, da es nicht nur alle Bereiche – Geschichte, Kultur, Politik, Wissenschaft - abdeckt, sondern auch viel Wert auf das deutsch-polnische Verhältnis legt. Es verfügt über eine Universalbibliothek für Polen und bietet neben Tagungen, Stipendien, Lehrveranstaltungen eine Sommerakademie für Nachwuchswissenschaftler an.

Tschechisches Zentrum Berlin

Auf dem Bild ist das tschechische Zentrum in Berlin zusehen.

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cb/Berlin,_Mitte,_Wilhelmstrasse,_Tschechische_Botschaft_01.jpg (31.07.2015).

Das Tschechische Zentrum Berlin bringt Sie auf den aktuellsten Stand in Bezug auf tschechische Nachrichten. Außerdem werden deutsch und tschechisch Sprachkurse im Zentrum angeboten. Wenn Sie die tschechische Sprache in Verbindung mit der Kultur kennenlernen möchten, sind Sie hier an der richtigen Adresse!

Polnisches Institut Berlin und Leipzig

Auf dem Bild ist das Logo des polnischen Instituts zusehen.

Quelle: http://www.dg-bildungswerksachsen.org/assets/images/Polnisches_Institut_Filiale_Leipzig_web.jpg (31.07.2015).

Dank dem Polnischen Institut Berlin und Leipzig erfahren Sie, wo die nächste Ausstellung oder das nächste Konzert eines polnischen Künstlers in Deutschland und Polen stattfindet. Außerdem können Sie von der Bibliothek, die sowohl Filme und Musik als auch Zeitungen und Bücher beherbergt, Gebrauch machen. Informationen über Polnisch-Sprachkurse sind auf deren Homepage ebenso zu finden.

Russisches Haus der Wissenschaft und Kultur

Auf dem Bild ist das russische Haus der Wissenschaft und Kultur zusehen.

Quelle: http://s3-media3.fl.yelpcdn.com/bphoto/_RbqMFyclFj2HDndSplP8A/ls.jpg (31.07.2015).

Russisches Haus der Wissenschaft und Kultur möchte die russische Sprache und Kultur verbreiten. Neben Russisch-Sprachkursen und Aufführungen werden Veranstaltungen in Russland und Deutschland bekannt gemacht. Dasselbe gilt für das Collegium Hungaricum Berlin (Haus Ungarn) - Ungarisches Kulturinstitut Berlin. Den einzigen Unterschied macht die Sprache aus.

Deutsch-russisches Zentrum Gießen

Das deutsch-russische Zentrum Gießen kümmert sich vor allem um die Erziehung, Bildung und Integration Ihrer Kinder.

Quelle: http://drz-ev.de/drzftp/webpage/logo/kinder_schule_140.gif (31.07.2015).

Das Deutsch Russische Zentrum Gießen befasst sich mit der Bildung, Kultur und Integration Ihrer Kinder. Das Ziel des Zentrums ist es, das Erlernen der russischen Sprache zu fördern und sie mit der russischen Kultur vertraut zu machen, indem großer Wert auf die musikalische Erziehung und russische Literatur gelegt wird. Kinder mit russischstämmigem Hintergrund haben hier selbstverständlich gewisse Vorteile. Kinder mit einem anderen ethnischen Hintergrund, die Interesse an der russischen Sprache und Kultur aufweisen, sind ebenso willkommen.

 

Abschließend ist zu sagen, dass in ganz Deutschland eine breite Palette an verschiedenen Instituten, die sich mit Osteuropa befassen, vertreten ist. Der Fokus liegt entweder auf ganz Osteuropa oder auf spezifischen Ländern. Hier stehen besonders Russland und Polen im Vordergrund, da diese Nationen eng mit der deutschen Geschichte verbunden sind und viele Auswanderer in Deutschland leben.

Das Schöne an diesen Instituten ist aber, dass Sie durch diese vieles über die osteuropäische Kultur und Historie erfahren. Sie können sich sogar selbst anhand von Büchern, Filmen oder verschiedenen Veranstaltungen über das jeweilige Land informieren. Oder Sie treten selbst mit diesen Nationen in Kontakt, indem Sie an verschiedenen Reisen oder Sprachkursen teilnehmen, die meistens von Muttersprachlern geleitet werden. Wenn Sie also mehr über ein Thema zu einem bestimmten Land erfahren möchten, zögern Sie nicht allzu lange. Die Informationen finden Sie vor Ort und bei Bedarf steht Ihnen eine helfende Hand sicherlich zur Seite.

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