Litauens Basketballkultur

von Kristina Prostran

Autor: Ramunas Bruzas

Wie ein Sport eine ganze Nation prägen kann, zeigt das Beispiel Litauen. Die Bedeutung des Basketballs ist für die Litauer immens. Der Nationalsport gilt als populärster des Landes, weckt Begeisterung und Zusammenhalt sowie ein Gefühl des Nationalstolzes, das sich nicht in Worten beschreiben lässt. Auch andere Sportarten, wie Fussball, Handball, Tennis oder Eishockey sind beliebte Sportarten in Litauen, doch keine schafft es ein Land derart zu begeistern, wie der Basketball. Sie finden das klingt übertrieben? Dann lesen Sie unbedingt weiter.

Wie alles begann

1937 war das Jahr für Litauen. Es war der Anfang einer großen Leidenschaft, die einmal das ganze Land anstecken sollte. Zum ersten Mal gewann die litauische Nationalmannschaft im Basketball die Europameisterschaft. Ein Ereignis, dass das ganze Land näher zusammenführte. Stolz, Freude, Begeisterung lagen selten so Nahe wie an diesem Ereignis. Diese Liebe für den Sport wurde bestärkt als Litauen 1939 erneut Europameister wurde. Nur ein Jahr später, als Litauen während des zweiten Weltkrieges seine Unabhängigkeit verlor, dämpfte das zunächst auch die Freude auf den heimischen Basketball. Trotz der Umstände hat das kleine Land im Baltikum seine Begeisterung für den Nationalsport nie verloren.

Das goldene Zeitalter

Mit der wiedergewonnenen Unabhängigkeit Litauens 1991 begann die goldene Ära für den heimischen Basketball. Doch bereits zu Sowjetzeiten feierte der litauische Basketball bahnbrechende Erfolge. Maßgeblich daran beteiligt war der Traditionsverein Žalgiris Kaunas, allen voran mit seinen erfolgreichsten Spielern: Arvydas Sabonis, Kazys Petkevičius, Modestas Paulauskas, Sergėjus Jovaiša, Rimas Kurtinaitis und Šarūnas Marčiulionis. Mit Arvydas Sabonis gewann der Verein sogar drei Jahre in Folge (1985, 1986, 1987) den Meistertitel. Bis heute noch wird er dafür als Nationalheld gefeiert.
Sie alle wurden immer wieder in das sowjetische Auswahlteam gewählt und gehören zur Goldenen Generation litauische Basketballspieler. Ihr Spiel war sowohl während der Sowjetzeit als auch danach zur Unabhängigkeit stets von Erfolg gekrönt. Obwohl oder gerade weil das Land seine Unabhängigkeit im zweiten Weltkrieg verlor, kämpften sie um internationale Aufmerksamkeit. Es ist nicht leicht als kleines Land gesehen zu werden. Doch der Basketball war und ist bis heute für Litauen das Tor zur Welt.

Autor: Oleksiy Naumov

Wenn Erfolg ein ganzes Land prägt

Heute zählt die Nationalmannschaft Litauens zu den besten Europas. Die zwei erfolgreichsten Basketballvereine Žalgiris Kaunas und Lietuvos Rytas haben das Land in der ganzen Welt bekannt gemacht und genießen hohes Ansehen.

Seit der Gründung 1944 holte der BC Žalgiris Kaunas insgesamt fünf Meistertitel (1947, 1951, 1985, 1986, 1987). Ein Verein, der seit jeher erfolgreich war und vor allem in der nationalen Liga Vormachtstellung besaß. Der BC Lietuvos rytas dagegen hat seine Ursprünge in 1964, als der Verein unter dem damaligen Namen Statyba gegründet wurde.
Während all die Jahre der Traditionsverein Žalgiris Kaunas der unangefochtene Sieger in der nationalen Liga war, veränderte sich 1997 die Lage. Die größte litauische Tageszeitung Lietuvos rytas übernahm den damaligen Verein Statyba, sorgte seitdem für regelmäßige Erfolge und gewann sogar 2000 und 2002 die litauische Meisterschaft. Seit der Übernahme gilt der BC Lietuvos rytas als wichtigster Gegenspieler von Žalgiris Kaunas. Fortan liefern sich die beiden Teams bei den nationalen Meisterschaften einen Schlagabtausch der Extraklasse und bieten ihren Fans spannende Wettkämpfe.

Autor: Rokas Tenys

Ein Sport der verbindet

Autor: Roman Belogorodov

Bis heute genießt das kleine Land großes Ansehen im Basketball. Litauen gilt als das Land der Talente, entdeckt immer wieder neue Überflieger und fördert mit seinen rund 60 Basketballschulen den Nationalsport im Land. Basketball hat in Litauen eine gesonderte Stellung, ist mehr als nur eine Sportart. Der Basketball ist Symbol für den Unabhängigkeitskampf einer ganzen Nation, Ausdruck des Gemeinsinns, die Verbindung eines ganzen Volkes. Das wird besonders dann spürbar, wenn die Litauer vor Spielbeginn aus tiefstem Herzen ihre Nationalhymne mitsingen. Ein ganz besonderer Gänsehautmoment, der so viel mehr hervorbringt, als Worte es jemals beschreiben könnten. Ein Moment, voller Stolz und Einigkeit. Ein Land geprägt voller Nationalstolz, dass dem kleinem Land im Baltikum die internationale Aufmerksamkeit
schenkt, die es verdient hat.

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