Zu Gast im Land der Freundschaft

von Kristina Prostran

Es reicht manchmal, wenn man einige Bilder von einem Land sieht, etwas über die Mythologie erfährt oder ein wenig über die Folklore eines Landes hört, damit die Sehnsucht danach so stark wird, dass man an nichts anderes denken kann. Georgien ist so ein Land – die Natur, der seltsame Glanz des Neuen und des Alten in den Städten, die bunten und von der Zivilisation noch nicht berührten kleinen Ortschaften, die eigenartige Folklore, die Küche, der Wein, die sympathische Religiosität, die allerdings das Leben der Menschen hier nicht vorbestimmt – ziehen einfach einen in den Bann.

 

Georgien verzaubert mit der Wärme seiner Menschen und einer atemberaubenden Natur

 

Georgien stellt eine eigenartige Mischung zwischen dem europäischen und dem asiatischen Geist dar. Das Land ist zwischen Osteuropa und Asien, zwischen Russland und der Türkei gelegen. Georgien ist einerseits ein Teil von einem modernen Europa, aber andererseits ein exotisches Juwel, ein glitzerndes Steinchen auf der grünen Wiese, das im Rhythmus der eigenen Musik und Mentalität tanzt.

Berühmt auch durch die unglaublichen georgischen Tänzer, die mit ihrem Tanz die ganze Welt in ihren Bann ziehen, ist Georgien ein Ort, den man einfach fühlen muss.

Neben malerischen Landschaften, faszinierenden Kulturdenkmälern und kulinarischer Vielfalt ist Georgien vor allem auch wegen seiner legendären Gastfreundschaft bekannt. Offen, liebevoll und großherzig – diese Eigenschaften beschreiben die Einheimischen wohl am Besten.

Wenn wir Georgien mit ein paar Worten beschreiben sollen, so sprechen wir von warmherzigen Menschen, atemberaubender Natur und einem unikalen Nachtleben in der Hauptstadt Tbilisi.

„Der Gast ist ein Geschenk Gottes“ besagt ein altes georgisches Sprichwort. Dem Gast wird nur das Beste geboten. Das spiegelt sich häufig durch einen reich bedeckten Tisch mit allerlei Köstlichkeiten der georgischen Küche wider. Doch auch die Gastgeber selbst tragen mit ihrer liebevollen und offenen Art dazu bei, dass sich der Gast rundum wohlfühlen kann.

 

Der Tamada in der georgischen Runde

Tamada

Gastfreundschaft
wird in Georgien großgeschrieben. Sie ist Teil der georgischen Mentalität, der Religion aber auch der Kultur. Zum Ausdruck kommt sie besonders am georgischen Tisch. Die georgische Tafel, auch Supra genannt, gleicht einer Art Festmahl. Gleich am Anfang eines jeden Festmahls wird ein Tischführer, ein sogenannter Tamada ernannt. Der Tamada wird nach bestimmten Kriterien auserkoren. Zunächst muss er redegewandt sein und um besten Fall bereits Erfahrung als Gastgeber haben. Er sollte sich mit der Geschichte des Landes und seiner Tradition auskennen, aber auch in aktuellen gesellschaftlichen Themen gut bewandert sein. Außerdem sollte er in jedem Fall trinkfest sein. Trunkenheit wird in Georgien verpönt, da Wein nicht als Alkohol, sondern als Grundnahrungsmittel verstanden wird. Vielmehr noch zählt der Wein aufgrund seiner über 8000 Jahre langen alten Tradition zum kulturellen Bestand des Landes. Der Tamada sollte also in der Lage sein, sich bei einer großen Menge Wein noch geistig auf hohem Niveau unterhalten zu können.

 

Georgische Traditionen am Tisch

Trinksprüche sind wesentlicher Bestandteil an georgischen Tisch und gehören zu jeder großen Essensrunde dazu. Der Tamada läutet zu jedem Prost einen Trinkspruch ein. Dabei geht es häufig um eine Art Lob, immer aber um die positiven Seiten des Lebens. Es geht um Gott, Frieden, Segenswünsche für die Familie, Freunde, Gäste, aber auch um die Liebe, das Leben, die georgische Kultur und die Natur. Den letzten Trinkspruch widmet der Tamada den Anwesenden, auf dass sie friedlich auseinandergehen und sich bald wiedersehen mögen.

Eine Einladung zum Essen bei einer georgischen Familie ist nicht einfach nur ein gewöhnliches Essen. Es erinnert vielmehr an einem Ritus. Es geht um Segenswünsche und um die zwischenmenschlichen Beziehungen. Schon von klein auf wird den Kindern beigebracht, dem Tamada gut zuzuhören und von ihm zu lernen. Die Trinksprüche gleichen einer Art Kunst, denn die meisten sind sehr philosophisch angehaucht und beinhalten oft auch einen erzieherischen Aspekt, da er Werte vermittelt, an denen sich jeder orientieren kann.

Der Tischführer ist den ganzen Abend für das Wohlergehen seiner Gäste verantwortlich. Egal ob Familie, Freund oder ein fremder Gast – der Tamada sorgt dafür, dass sich keiner unwohl oder ausgegrenzt fühlt.

Die Menschen Georgiens werden Ihre Herzen erobern

Es dauert nur einige Sekunden und Sie werden sich wie ein echtes Familienmitglied fühlen. Die Menschen in Georgien verhalten sich so warm und rührend, dass es schwer zu glauben ist, wie man Unbekannten, die man gerade eben kennengelernt hat, so viel geben kann.

Wenn alle Menschen so wären und so viel Achtung und Liebe überall herrschte, so würde die Beziehung zwischen allen Menschen die Welt zu einem besseren Ort machen.

Die kleinen Märkte sind voller Obst und Gemüse

Sie sind überall. Buntes Gemüse, Obst, Fleisch, Brot … alles, was die Seele begehrt. Auf den Märkten werden viele traditionelle Obst- und Gemüsesorten verkauft. Aber auch wenn Sie nichts kaufen möchten, ist der Besuch eines solchen Marktes ein Muss. Sie werden dort keine Preisschilder entdecken, sondern den Preis selbst aushandeln.

Auf dem Markt

Georgien und Gastfreundschaft hängen unmittelbar miteinander zusammen. Das georgische Volk heißt jeden herzlich willkommen, der in Frieden kommt. Sind Sie zu Gast bei einer georgischen Familie, dann sei nur so viel gesagt: Widerstand ist zwecklos. Die Gastgeber werden darauf bestehen, dass Sie sich an den reich bedeckten Tisch setzen, mit ihnen speisen und Teil der Gemeinschaft sind. 

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