Das Leben von Tsaatan oder die Dhuka-Menschen in der Mongolei

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Die Welt ist so bunt, mehrfarbig und interessant,

…. dass auch wenn wir ein ganzes Leben die Welt bereisen könnten, kaum in der Lage wären, alles zu sehen oder jede einmalige Kultur zu erleben.

Eine solche und leider vom Aussterben bedrohte Kultur ist die Kultur des Dhuka-Nomadenstammes, der die Gebiete im Norden von der Mongolei bewohnt.

Die Dhuka-Menschen, die auch als das Rentiervolk oder Tsaatan bekannt sind, haben seit Jahrtausenden in den wilden Waldgebieten der Nordmongolei in Isolation gelebt. Das Wort "Tsaatan" bedeutet eigentlich Rentierzüchter. Wandernd von einem Weideland zum anderen, gehören diese Nomaden zu einer der letzten ihrer Art.

Heutzutage …

... sind nur etwa 200 bis 400 Dhuka-Menschen übriggeblieben. Ihre Lebensart, die Schwierigkeiten, mit denen ihr Alltag verbunden ist und die enge Beziehung zu der Natur machen das Tsaatan-Volk so außergewöhnlich.

Sie züchten Rentiere, reiten sie und nutzen ihre Milch und Fell. Sie benötigen die Rentiere in jeder Hinsicht, und zwar nicht nur, um zu überleben, sondern auch in kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht, weil sie an der geistigen Verbindung zwischen Mensch, Tier und Natur glauben. Eine Verbindung, die durch das moderne Leben heutzutage allmählich zerstört wird.

Damit sie überleben können, verlassen sich die Dhuka-Menschen voll und ganz auf die immer wandernden Rentierherden.

Es gibt nur einige …

… wenige Ethnologen, die das Leben der mongolischen Nomaden dokumentiert oder in Bildern gefasst haben. Die Bilder, die uns dennoch erreichen und durch die Welt gehen, sind wunderschön, als wären sie aus einer anderen Welt.

Früher gab es etwa 200 Familien, die in diesen weit entlegenen Regionen der Mongolei lebten. Heutzutage sind es wahrscheinlich nur etwa 40 Familien mit etwa 1000 Rentieren.

Dieses Volk und seine Lebensweise sterben allmählich aus. Viele der jüngeren Dhuka-Familien ziehen in die Großstädte. Das moderne Leben ist für sie natürlich bequemer und einfacher als die alltäglichen Schwierigkeiten in ihrem traditionellen Leben, darunter natürlich auch die Rentierzucht.

Die Entwicklung der Goldgewinnung …

… in der Region sowie das Streben der Regierung, das Jagdrevier des Tsaatans einzugrenzen, sind ebenfalls eine der Ursachen für das langsame Aussterben dieses Volkes .

Nicht nur die Veränderung der Lebensumstände der Dhuka sind die Ursache für das Verschwinden des Volkes, sondern auch die Zahl der Rentiere, die sich aufgrund von Krankheiten und fehlenden Heilmöglichkeiten drastisch vermindert.

Viele der übrig gebliebenen Familien leben heute vom Tourismus. Der Tourismus ist eine starke Geldquelle für sie. Die Rentiere sind die Hauptattraktion und Touristen zahlen gern beispielsweise 2,50 Dollar für die einmalige Möglichkeit, ein Foto von sich mit dem Tier zu machen.

Dhuka glauben daran,

… dass zwischen den lebenden Menschen, ihren Vorfahren und den Rentieren eine starke geistige Verbindung existiert. Sie nutzen die Rentiere, damit sie den Schneewald (die Taiga) erreichen und dort mit ihren Vorfahren durch Singen kommunizieren können.

Das Ziel von Dhuka ist, in einer vollkommenen Harmonie zu leben, indem sie Achtung vor der Natur und den Tieren zeigen. Und das ist andererseits ein Ausdruck der Achtung gegenüber ihrer Vorfahren. Die Verbindung zwischen ihnen und den Vorfahren bleibt nur dann lebendig und stark, wenn sie mit der Natur um sich herum kommunizieren und in Harmonie leben.

Und vielleicht haben wir das in unserem modernen Leben ein wenig verlernt ...

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Kommentar von Müller, Monika |

Vielen Dank für den interessanten Bericht und die schönen Fotos über die Dhuka und ihre Rentiere.
Es muss faszinierend sein in einer solchen Gegend einige Zeit zu verbringen und so wie die Wandernormaden im Einklang mit der Natur zu leben. Schade, daß es nur noch wenige Normaden gibt und wie auch anderswo Ihnen die Grundlage durch immer neue Erschließungsgebiete für Bodenschätze genommen wird. Hoffentlich lassen Sie sich nicht entmutigen und bleiben so der Umwelt und der Touristen erhalten. Von diesen Überlebenskünstlern könnten wir zivilisierte Menschen noch viel lernen.

Antwort von Ludmilla Eimer

Hallo Frau Müller,

vielen lieben Dank für Ihren Feedback. Es freut uns sehr, dass Ihnen unser Beitrag gefällt. Der Gedanke ist faszinierend, aber das reale Leben ist dort mit Sicherheit nicht einfach und mit vielen Entbehrungen verbunden.

Ihre Ludmilla Eimer

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